Autor: Ron Fleischer, SVP Operations – North America

Derzeit sind viele Filialen geschlossen – ein spezifisches Datum für ihre Wiedereröffnung gibt es nicht. Während die Nachfrage für lebenswichtige Waren während der Coronakrise anstieg, sank der Absatz von nicht wesentlichen Produkten. Onlineshopping wird für viele zur Normalität, während das Einkaufen in den Filialen stark begrenzt ist.

Einzelhändler, die sich Filialschließungen oder starken Nachfrageeinbußen gegenübersehen, müssen jetzt an die Zukunft denken. Sie sollten einen konkreten Plan etablieren, der Ihr Unternehmen nicht nur durch die Krise führt, sondern auch den Weg ebnet, sich nach der überstandenen Coronapandemie wieder zu erholen.

Bereiten Sie Ihre Infrastruktur auf schnelle Änderungen vor

Wenn Ihre Filialen geschlossen sind, müssen Sie Ausgaben schnell reduzieren. Wenn möglich sollten Ihre Einkäufer offene Bestellungen reduzieren, deren Bedingungen verhandeln oder sie, falls machbar, komplett stornieren. So werden eingehende Warenströme gestoppt, insbesondere für Artikel, für die Nachfrageeinbrüche zu erwarten sind.

Bitten Sie als letzten Ausweg Lieferanten, Produkte bis zum nächsten saisonbedingten Anstieg einzulagern. So kann beispielsweise Ware vom Frühjahr 2020, die nicht zu trendbezogen ist, auch noch im Frühjahr 2021 verkauft werden. Selbst wenn Sie die Artikel dann eventuell nicht zu gleich hohen Margen verkaufen können, kann das Zurückhalten der Produkte für ein Jahr profitabler sein als deren Preisreduzierung oder Vernichtung in diesem Jahr.

Wenn Sie diese Veränderungen an Ihren Beständen vornehmen, behalten Sie im Hinterkopf, dass Konsumenten nicht komplett aufgehört haben, Produkte zu kaufen – sie tun das jetzt aber eher im Internet. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um Umsätze zu generieren, während die Filialen geschlossen sind. Verwenden Sie Ihre geschlossenen Filialen für die Erfüllung von Onlineaufträgen. So leeren Sie die Regale, da bereits vorhandene Bestände in den Filialen kommissioniert werden – das ist effizienter als die Nutzung eines Lagers.

Stellen Sie zudem sicher, dass Ihr Unternehmen über die notwendige Infrastruktur verfügt, den erwartbaren Anstieg der Onlinebestellungen zu managen. Um die Belastung Ihrer Logistik und Fulfillmentketten zu mindern, denken Sie über eine zeitweise Aufhebung des Versands über Nacht nach. Mit dieser Option können Sie flexibler auf unerwarteten Nachfrageanstieg reagieren. Eine andere Option ist das Anbieten von Vorteilen für Kunden, die bereit sind, längere Versandzeiten in Kauf zu nehmen: beispielsweise wegfallende Liefergebühren oder zusätzliche Rabatte.

Implementieren Sie strategische Promotions und Markdowns zur Umsatzsteigerung

Der Einzelhandel hatte kaum Zeit, sich auf die Pandemie vorzubereiten, bevor diese mit voller Wucht eintraf. Daher sind die aktuellen Bestände in geschlossenen Filialen höchstwahrscheinlich in einigen Wochen oder Monaten nicht mehr relevant. Veraltete unverkaufte Artikel sollten so schnell wie möglich ausgeräumt werden. So beispielsweise Osterartikel und Gartenwerkzeuge, die im Frühjahr interessant für Konsumenten sind, aber nicht mehr im Sommer. Es ist wichtig, diese Artikel auszusortieren, um Platz für neue, aktuelle Ware in den Regalen zu schaffen, wenn die Filialen wieder öffnen: So bleibt das Angebot für den Kunden relevant.

Um dieses Ziel zu erreichen, planen Sie strategische Kampagnen und Markdowns. Preisreduzierungen machen ältere Artikel attraktiver. Dadurch erzielen Sie freie Regalfläche und zeitgleich weiterhin Umsätze. Auch Online-Markdowns können jetzt starten, um Umsätze weiter anzukurbeln. Das gilt insbesondere für saisonale Produkte oder solche mit kurzem Lebenszyklus. Bei Wiedereröffnung der stationären Filialen können Sie diese Artikel zusätzlich rabattieren während Sie bereits neue Produkte vorrätig haben.

Machen Sie schon jetzt Pläne für die zurückkehrende Laufkundschaft

Derzeit ändert sich die Lage weltweit von Moment zu Moment. Im Einzelhandel ging es schon immer um die Planung für künftige Veränderungen. Aber jetzt ist es wichtiger denn je, sich auf das vorzubereiten, was sich in den kommenden Monaten ereignen könnte. Nutzen Sie die Zeit, die Sie während der Filialschließungen haben, um wichtige Aktualisierungen an Ihrem Bestand und dem Erfüllungsprozess der Onlinebestellungen umzusetzen.

Bewerten Sie derzeitige Bestandsmengen und Flächennutzung und bestimmen Sie, ob die jeweilige Filiale komplett neu oder zumindest etwas umorganisiert werden sollte, bevor die ersten Kunden wiederkommen. Eine Option hierbei ist es, älterer, rabattierter Ware eine separate Fläche zuzuweisen oder Facings neu zu ordnen, um die Produktsichtbarkeit und damit die Abverkäufe zu erhöhen.

Auch Ihr Workforce-Management muss wahrscheinlich angepasst werden, um der neuen Normalität nach COVID-19 standzuhalten. Nutzen Sie Absatzprognosen, um Ihr Personal bei Filialöffnung adäquat einzusetzen. Wenn Sie einen Anstieg der Filialverkäufe erwarten, optimieren Sie Ihre Dienstpläne dementsprechend. Besonders in den ersten Wochen nach der Öffnung könnte es zu gesteigerter Nachfrage kommen. Bereiten Sie Ihre Mitarbeiter auf die veränderten Erwartungen der Kunden vor, die jetzt an das Einkaufserlebnis online gewöhnt sind und daher mehr Kundenservice erwarten.

Jetzt ist die Zeit, Ihre Filialen auf eine erfolgreiche Wiedereröffnung vorzubereiten. Bald wird die Kundschaft in die Filialen zurückkehren. Werden Sie ihren Erwartungen dann auch gerecht.

Ihr Kontakt vor Ort

Ramona Saager

Ramona Saager

Business Development, DACH

Phone+49 173 64 11 874

Bleiben sie informiert

Melden Sie sich hier für den Newsletter an.

Bleiben Sie informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie über RELEX und unsere Kunden auf dem Laufenden. Vierteljährlich erhalten Sie Event-Einladungen, neue Veröffentlichungen und wichtige Meldungen.