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KI muss mehr sein als ein hübsches Aushängeschild

Feb 7, 2020 2 min

Einzelhändler werden derzeit von Beratern und Softwareanbietern auf die Schippe genommen, die den Begriff „künstliche Intelligenz“ (KI) als Werbestrategie für ihre Produkte und als Rechtfertigung für höhere Gebühren missbrauchen. Diese Praxis hat den Prozess des Kaufens und Inbetriebnehmens von neuer Technologie unnötig verkompliziert. Händler brauchen Klarheit.

Es wird Zeit, zu sagen: Bis hierher und nicht weiter.

Gartners Marktanalyse „2019 CIO Agenda“ enthüllt, dass die Zahl der Unternehmen, die KI einsetzt, in den vergangenen zwölf Monaten von vier auf 14 Prozent gestiegen ist. Leider zeigt die Studie auch, dass obgleich Unternehmen Fortschritte beim Einsatz von KI machen, ihnen gleichzeitig noch viele Fehler unterlaufen. Einer der größten ist es, KI so einzusetzen, dass letztendlich Arbeit von den Angestellten auf die Kunden verlagert wird: vom „Smart Shopping“ bis hin zum Checkout.

Diese Herangehensweise birgt das Risiko, dass die Kundenbindung leidet und Shopper in der Folge zu anderen Kanälen abwandern. Statt KI dazu einzusetzen, Aufgaben von den Kunden erledigen zu lassen, bringt sie viel größeren Nutzen, wenn sie repetitive Tätigkeiten automatisiert und den Angestellten im Einzelhandel so Zeit verschafft, sich anspruchsvolleren, kundenorientierten Arbeiten zu widmen.

Statt KI dazu einzusetzen, Aufgaben von den Kunden erledigen zu lassen, bringt sie viel größeren Nutzen, wenn sie repetitive Tätigkeiten automatisiert. Das verschafft den Angestellten im Einzelhandel Zeit, sich anspruchsvolleren, kundenorientierten Arbeiten zu widmen.

Es gibt bereits viele Fallbeispiele im Einzelhandel, bei denen KI hohen Mehrwert liefert. Walmart beispielsweise nutzt sie, um Artikel und Verkäufe in seinen „Filialen der Zukunft“ zu erfassen – wenn Regale wiederaufgefüllt werden müssen, erhalten die Angestellten eine Warnmeldung. Auch einige andere Händler setzen KI mit guten Ergebnissen ein, so etwa zur Verhinderung von Ladendiebstahl und Verbesserung der Zahlungsabwicklung.

Haben Sie in den letzten Jahren einmal eine beliebige Handelskonferenz besucht? Dort haben Sie wahrscheinlich den Eindruck erhalten, KI sei das Allheilmittel für jede Herausforderung, die Ihnen je begegnet. Sie könnten deshalb glauben, dass KI zu einer sofortigen und das gesamte Handelsunternehmen umfassenden Leistungssteigerung führt. Und deshalb glauben Sie vielleicht auch, dass Sie Wettbewerbsnachteile erleiden, wenn Sie keine auf KI basierende Strategie einführen.

Um künstliche Intelligenz im Einzelhandel tatsächlich erfolgreich einzusetzen, müssen Unternehmen Menschen höhere Wertschätzung entgegenbringen als Systemen. Mitarbeiter müssen durch KI mehr praktisch umsetzbares Wissen erhalten – Lieferanten dagegen exaktere und aktuellere Daten. Die wichtigste Aufgabe von KI aber sollte sein, Shopper anzusprechen. Als Händler erreichen Sie dies am besten durch den Einsatz von Tools mit pragmatischer KI, die die zeitaufwendigsten Aufgaben automatisieren. Das gibt Ihren Mitarbeitern Raum für die vielen bedeutsamen Verbesserungen, die das Einkaufserlebnis für Kunden optimieren, so dass diese gerne weiterhin in Ihren Filialen und auf Ihren Onlineplattformen einkaufen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in RetailWire.

Autor

Andrew Blatherwick

Chairman Emeritus and Advisor