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Wie Gewinner im Einzelhandel ihre Gesamtkosten optimieren

Mar 18, 2021 ‱ 5 min

2020 war in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Jahr. Einige Herausforderungen waren völlig neu – wie die Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zur BekĂ€mpfung der Pandemie. Die Coronakrise rĂŒckte jedoch auch Probleme in den Fokus, die schon lange da waren. GrundsĂ€tzliches, das EinzelhĂ€ndler bis dahin ignorieren konnten. Bei vielen verstĂ€rkte der zusĂ€tzliche Druck des vergangenen Jahres diese Probleme noch. Die Risse in der Fassade wurden fundamental: Viele GeschĂ€fte mussten ihre TĂŒren fĂŒr immer schließen.

Manche HĂ€ndler schlugen sich durch und ĂŒberlebten das Jahr 2020 gerade so. Andere passten sich im Handumdrehen an, waren schnell wieder auf Kurs und profitierten sogar von den neuen Gegebenheiten. Was machten die Profiteure der Krise so entscheidend anders? Welche Herausforderungen nehmen HĂ€ndler jetzt besonders ernst? Welche Initiativen planen sie, um besser mit der anhaltend instabilen Lage umzugehen? Und wie optimieren sie ihre Gesamtkosten in der Supply-Chain, zwischen Abnahmemengen und Lieferanten, um sich Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten?

Turbulente Zeiten meistern: datengesteuert, schnell und anpassbar

RELEX und RSR (Retail Systems Research) untersuchen in einer gemeinsamen Studie die Lage des Einzelhandels. Besonders im Fokus: Retail-Supply-Chains. An der auf Befragung basierten Studie „Managing through Disruptive Times with Data-Driven Speed and Adaptability“ nahmen 160 EinzelhĂ€ndler teil. Es zeigt sich eine erstaunlich breite Kluft zwischen Denkweise und Priorisierung von HĂ€ndlern, die 2020 ĂŒberdurchschnittlich gut abschnitten (die sogenannten „Gewinner“) und denen, die nicht gut zurechtkamen.

Beispielsweise sind sich 76 Prozent der als Gewinner identifizierten EinzelhĂ€ndler einig: Die Optimierung des Bestandsmanagements innerhalb der gesamten Supply-Chain zur ErfĂŒllung der KundenbedĂŒrfnisse stellt die große Chance zur Verbesserung dar. Bei den HĂ€ndlern, die normal oder unterdurchschnittlich abschnitten, waren nur 29 Prozent dieser Ansicht. Die Beurteilungen ĂŒberraschen nicht, denkt man an die rasante Zunahme von Onlineshopping und Retouren, die das Bestandsmanagement aller EinzelhĂ€ndler aufmischte.

Hinzu kommt eine Vielzahl weiterer Faktoren: etwa extreme Wetterereignisse oder die weiter steigenden RĂŒckgabequoten im Onlinehandel, die mittlerweile bei 25 bis 35 Prozent und darĂŒber liegen; ebenso die Notwendigkeit, hyperlokal und reaktionsschnell zu bleiben. Zusammengenommen ist klar, dass viele HĂ€ndler nicht ĂŒber angemessene Technologie fĂŒr die Bestandsplanung verfĂŒgen. Ein modernes System bietet detaillierte Transparenz in hoher PrĂ€zision. So wissen HĂ€ndler jederzeit, wo ihre BestĂ€nde sich befinden und prognostizieren, optimieren und allozieren sie nach Bedarf.

NatĂŒrlich ist das Identifizieren von Möglichkeiten nur ein Teil des Prozesses. Um jeden Wettbewerbsvorteil zu nutzen, mĂŒssen EinzelhĂ€ndler ihre grĂ¶ĂŸten Herausforderungen kennen. Viele HĂ€ndler reagierten schnell auf die Ereignisse des letzten Jahres. Andere mĂŒhen sich noch immer damit ab, das Fulfillment ihres OnlinegeschĂ€fts profitabel zu gestalten. So identifizierten 38 Prozent der Befragten dies als eine ihrer drei grĂ¶ĂŸten Herausforderungen der nĂ€heren Zukunft (siehe Darstellung unten). Selbst HĂ€ndler, deren Omnichannel-Modelle bereits ausgereift waren, hatten Schwierigkeiten, mit der explosionsartigen Entwicklung im Onlineshopping Schritt zu halten. Diese wurde verursacht, da Verbraucher die stationĂ€ren Filialen nicht aufsuchen konnten oder wollten, oder mittlerweile schlicht die Bequemlichkeit des Onlineshoppings vorziehen.

Um Shopper anzulocken und zu binden, und gleichzeitig den Customer-Lifetime-Wert auszuschöpfen, gilt es fĂŒr HĂ€ndler, KundenbedĂŒrfnisse zu erfĂŒllen: Koste es, was es wolle. Es ist von kritischer Bedeutung, dabei wirksame und effiziente Wege zu finden, um diese Gesamtkosten (Cost-to-serve) zu reduzieren und wirklich profitable Modelle zu schaffen.

Es ĂŒberrascht nicht, dass Gewinner im Einzelhandel Omnichannel-Wachstum als Chance begreifen und nicht nur als Hindernis ansehen. 61 Prozent der Einzelhandelsgewinner halten die Optimierung des Auftragsfulfillments fĂŒr entscheidend, um ihre Omnichannel-Struktur profitabler zu gestalten. Diese gelegenheitsorientierte Einstellung ist wichtig, da Shopper im letzten Jahr ihre Einkaufsgewohnheiten geĂ€ndert haben. Der Trend wird weiter zunehmen und damit auch die Onlinenachfrage. Um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben, mĂŒssen EinzelhĂ€ndler Omnichannel profitabel gestalten.

HĂ€ndler mĂŒssen in den sauren Apfel beißen, um zu profitieren

Die RSR-Studie empfiehlt sechs saure Äpfel, in die HĂ€ndler beißen sollten: Prinzipien und Erkenntnisse, die HĂ€ndler nicht gerne hören, Analysten aber als kritisch erachten, um nachhaltig erfolgreich zu sein.

Eine besonders bittere Pille: HĂ€ndler sollten den Gedanken aufgeben, dass die Dinge sich bald wieder normalisieren. Die zunehmende Verbreitung von wirksamen Impfstoffen könnte manchen HĂ€ndler den Traum von der RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t trĂ€umen lassen. Die Studie weist jedoch darauf hin, dass eine Vielzahl von Shoppern jetzt völlig anders lebt, arbeitet und einkauft als noch vor einem Jahr – das wird sich in absehbarer Zeit nicht Ă€ndern. Das macht es noch schwieriger, Shopper wĂ€hrend des Kaufentscheidungsprozesses zu begeistern.

Die vollstĂ€ndige Studie listet diese „sauren Äpfel“ auf. DarĂŒber hinaus liefert sie Erkenntnisse darĂŒber, welche Aspekte der Handelsplanung am wichtigsten fĂŒr kĂŒnftigen Erfolg sind und welche Hindernisse EinzelhĂ€ndler beim Realisieren ihrer PlĂ€ne ausbremsen. Auch Investitionen, die HĂ€ndler heute tĂ€tigen, spielen eine Rolle: Die Studie zeigt, wie EinzelhĂ€ndler hier vorgehen, um eine starke Performance sowohl in nĂ€herer Zukunft als auch auf lange Sicht sicherzustellen.

Technologie macht’s möglich: So investieren Gewinner im Handel proaktiv in ihre Zukunft

Ein weiterer Themenbereich der Studie: Welche technologischen Investitionen tĂ€tigen Gewinner im Handel, um die Herausforderungen zu meistern und ihre allgemeine Performance zu verbessern? Hier geht es unter anderem um die Einstellung von Fachleuten – wie beispielsweise Inhouse-Data-Scientists –, insbesondere aber auch um die UnterstĂŒtzung der Teams durch KI-gesteuerte Lösungen.

Prognosegenauigkeit ist ein offensichtlicher Verbesserungsbereich. Weitere wichtige Gebiete sind die Straffung von Prozessen und die Reduzierung der Gesamtkosten. Das schließt die Optimierung von Arbeitsschichten ein (von etwa 39 Prozent der Befragten genannt) sowie verbesserte KapazitĂ€tsplanung auf Ebene der Filialen und Verteilzentren (ebenfalls 39 Prozent).

Wie hilft eine aktualisierte Tech-Strategie Ihnen dabei, die grĂ¶ĂŸten Herausforderungen Ihres Unternehmens zu bewĂ€ltigen? Und wie heben Sie sich im immer stĂ€rker umkĂ€mpften Einzelhandelsumfeld hervor? Erhalten Sie tiefere Einblicke in diese und andere Themen und lassen Sie sich Ihre offenen Fragen beantworten: In RELEX’ kostenlosem Online-Seminar „Differentiating Your Business in the New Retail Supply Chain Battleground“ (in englischer Sprache) am 31. MĂ€rz.
Als einer der Vortragenden werde ich die wichtigsten Erkenntnisse der Studie aus Sicht von RELEX vorstellen. Im Fokus unserer Diskussion werden im Anschluss folgende Themen stehen:

  • Die Bedeutung von KI und Machine-Learning bei der Optimierung der Gesamtkosten in der Supply-Chain
  • Best Practices fĂŒr eine profitable, integrierte Handelsplanung
  • Was zu beachten ist, wenn Sie die vielen auf dem Markt erhĂ€ltlichen Lösungsoptionen beurteilen

Meine Kollegin Tiina Kanninen und ich beantworten gerne live all Ihre Fragen. Sie können am 31. MĂ€rz nicht live dabei sein? Kein Problem: Das Seminar wird aufgezeichnet und steht allen registrierten Teilnehmern nach dem Event auch auf Abruf zur VerfĂŒgung. Um sich fĂŒr die Live-Session und den On-Demand-Abruf zu registrieren, folgen Sie bitte dem untenstehenden Link. Ihre Fragen können Sie gerne auch schon vorab ĂŒber das Teilnahmeformular einreichen.

Beitrag von

Marc Koehler

Sr. Director, Solutions Architecture