Autor: Samuli Tanninen, Head of Product Commercialization

Durch die Coronakrise steigen derzeit die Onlinekäufe in beispielloser Weise an, da Konsumenten nur begrenzt oder gar nicht mehr in stationären Filialen einkaufen können. Auch wenn viele Menschen nur aufgrund der Einschränkungen alles von Lebensmitteln bis zu Haushaltswaren online einkaufen – während sie das tun, entdecken sie die Bequemlichkeit von Click and Collect und verschiedenen Liefermodellen.

Prognosen besagen, dass viele dieser neuen Onlinekunden auch weiterhin im Netz einkaufen werden, wenn die stationären Filialen wieder öffnen. Die Menschen werden zudem ihre Onlineeinkäufe auf alle Handelsbranchen ausweiten, weshalb der Anteil des Onlinehandels weiter branchenübergreifend wachsen wird. Der Lebensmittelhandel wird hierbei eine besondere Stärkung erfahren.

Ist Ihr Unternehmen bereit, mehr Onlinebestellungen zu managen als jemals zuvor, auch nach dem Ende der Krise?

Beim Festlegen einer Langzeitstrategie für Onlinebestellungen sollten Einzelhändler das Workforce-Management und die Allokation von Ressourcen priorisieren. So wird die Omnichannel-Strategie unterstützt, während ein effektives und anpassbares Fulfillment- und Versorgungsnetzwerk entwickelt wird.

Also wie können Einzelhändler sicherstellen, dass Ihre Supply-Chain und Betriebsprozesse die gewählte Omnichannel-Strategie langfristig unterstützen?

Bringen Sie das Fulfillment und die Kommissionierung auf ein neues Level

Um die gestiegene Onlinenachfrage zu unterstützen und Kosten zu sparen, empfehlen wir Händlern, in ihre Kommissionierungsprozesse für Onlinebestellungen zu investieren. Sie sollten auch grundlegende Änderungen an ihrem Fulfillment- und Versorgungsnetzwerk durchführen. Hiervon profitieren insbesondere Pharmazie- und Lebensmittelhändler. Diese beiden Branchen erlebten den höchsten Anstieg in der Onlinenachfrage während der COVID-19-Pandemie.

Für Einzelhändler mit Standorten in verschiedenen Regionen ist es sinnvoll, langfristig Filialen für die Erfüllung von Onlinebestellungen zu nutzen. Größere Einzelhändler, die einen enormen Anstieg der Onlinenachfrage durch das Coronavirus verzeichnen, sollten zusätzlich über dezidierte Fulfillment-Standorte oder ein Netzwerk aus Online-Fulfillmentcentern nachdenken. Verteilzentren können dann für die Lagerung und Allokation zwischen Filialen und Online-Fulfillmentcentern genutzt werden.

Für die Kommissionierung in Filialen und Darkstores sollten Fläche und Layout basierend auf den kategorien- und produktspezifischen Onlinebestellungen optimiert werden. Beispielweise können Sie in den Filialen einen separaten Kommissionierbereich für Artikel aufbauen, die am häufigsten in Onlinebestellungen enthalten sind. Dies sollte aufgrund von Trends erfolgen, die von Ihrem Bestandsmanagementsystem identifiziert wurden.

Um eine adäquate Bestandsallokation zu gewährleisten, machen Sie sich virtuelle Reservierungen zunutze. Dadurch können Händler Bestände zusammen an einem Standort lagern: Anhand von Absatzprognosen auf Kanalebene reserviert ihr Planungssystem dann virtuell Teile dieses Bestandspools für einzelne Kanäle – egal, ob es sich dabei um stationäre Filialen oder Onlinekanäle handelt.

Onlinebestellungen prognose- und datengestützt optimieren

Granulare Onlineprognosen sind notwendig, um voranzukommen – auch dann, wenn das Coronavirus nur noch eine unschöne Erinnerung sein wird. Stellen Sie sicher, dass Sie über eine verlässliche Prognose des nachfragebasierten Arbeitsvolumens für Filialen und Darkstores verfügen, die auf Lagerebene zusammenläuft. Die verschiedenen Aufgaben sollten darin enthalten sein. Inkludieren Sie daher eine Prognose für die Onlinekommissionierung auf Kategorieebene für jeden Fulfillment-Standort: ob Filiale, Darkstore oder Lager. Das garantiert Ihnen ausreichende Kapazitäten für jede Form der Kommissionierung und sorgt für eine Optimierung im Workforce-Management.

Analysieren Sie die regionalen Fulfillmentbereiche basierend auf den Postleitzahlen der Onlinebestellungen, um das künftige Fulfillment- und Versorgungsnetzwerk zu optimieren. Mit diesen Daten kann Ihr Planungssystem Onlinenachfragen dynamisch dem optimalen Fulfillmentstandort zuteilen – beispielsweise, wenn das Netzwerk sich durch das Hinzufügen eines neuen Fulfillmentcenters erweitert.

Durch die Coronakrise kaufen Menschen vermehrt online ein: manche zum ersten Mal, viele durch Notwendigkeit. Diese Menschen lernen dabei die Bequemlichkeit des Onlineshoppings zu schätzen. Das wird höchstwahrscheinlich den Druck auf alle Einzelhandelsbranchen – einschließlich LEH und Pharmazie – verstärken, weiterhin tagesgleiche Lieferung oder die Lieferung am nächsten Tag anzubieten. Zudem tragen gestiegene Kosten auf der letzten Meile und notwendige Änderungen an der Supply-Chain und der Erfüllung von Onlineaufträgen dazu bei, dass die Lieferung aus dem optimalen Fulfillmentstandort wichtiger denn je wird.

Kurzzeitstrategien helfen Einzelhändlern, den plötzlichen Anstieg von Onlinebestellungen während der Pandemie zu managen. Langfristig jedoch müssen sie eine strategische Onlineplanung entwickeln, um Prozesse und das Bestandsmanagement zu optimieren. So stellen sie sicher, dass sie die Erfüllung von Onlinebestellungen unterstützen und verbessern, während diese stetig zunehmen.

Ihr Kontakt vor Ort

Ramona Saager

Ramona Saager

Business Development, DACH

Phone+49 173 64 11 874

Bleiben sie informiert

Melden Sie sich hier für den Newsletter an.

Bleiben Sie informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie über RELEX und unsere Kunden auf dem Laufenden. Vierteljährlich erhalten Sie Event-Einladungen, neue Veröffentlichungen und wichtige Meldungen.