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Vier Herausforderungen für Lieferketten im DIY-Handel und wie Sie sie meistern

May 9, 2022 4 min

Die heutige Einzelhandelslandschaft ist herausfordernder denn je: Zum einen nimmt der Omnichannel als Verkaufs- und Fulfillment-Modell rasant an Fahrt auf. Zum anderen sind Beschaffungsprobleme und mannigfaltige Störungen globaler Lieferketten schon fast an der Tagesordnung. Die Baumarktbranche, von jeher komplex in Supply-Chain-Aufbau und Sortiment, hat dies besonders stark zu spüren bekommen. Eine durchdachte Kombination aus Technologie und Strategie gibt DIY-Händlern jedoch das richtige Werkzeug an die Hand, um die Herausforderungen zu meistern.

Werfen wir einen Blick auf die vier wichtigsten Herausforderungen, mit denen der DIY-Einzelhandel heute konfrontiert ist:

1. Geringe Margen im DIY-Handel steigern

Seit dem ersten Coronajahr 2020 verbringen Verbraucher mehr Zeit in den eigenen vier Wänden – und geben mehr Geld für deren Verschönerung aus. Zwar sind die gesteigerten Heimwerker-Aktivitäten eine feine Sache für Baumarktbetreiber, doch hoher Wettbewerbsdruck und geringe Margen trüben die Freude.

Die Umsatzzahlen der DIY-Branche profitieren von der neuen Lust der Verbraucher am Heimwerken und der starken Verlagerung auf den Online-Handel. Allerdings setzen der harte Wettbewerb, die mangelnde Ausgereiftheit des Omnichannel-Angebots und die steigenden Beschaffungskosten Gewinnspannen und Effizienz massiv unter Druck. Als Antwort darauf sollten DIY-Einzelhändler eine durchdachte Kombination von Technologie und Strategie anwenden: Zum einen sind sie gut beraten, auf eine flexible, KI-gesteuerte Softwarelösung zu setzen, die der sich ständig ändernden Nachfrage gerecht wird. Zum anderen sollten sie einige Best Practices beherzigen, um Margen zu erhöhen und den Omnichannel-Betrieb rentabel zu gestalten.

Auch einige spezifische Herausforderungen der DIY-Branche bieten erhebliches Kosten-Einsparpotenzial. Hier ist etwa der Transport sperriger, schwerer Ware entlang einer langen internationalen Lieferkette zu nennen, – insbesondere, da Supply-Chain-Störungen sowie Import- und Logistikkosten in jüngster Vergangenheit noch einmal sprunghaft angestiegen sind. Saisonale Produkte mit regional und wetterbedingt unterschiedlichen Saisonstartterminen und mehreren Lieferwellen erfordern eine besonders sorgfältige Planung. Deshalb bleiben Effizienz und Optimierung der Schlüssel zur Rentabilität im DIY-Einzelhandel.

2. Umfang und Komplexität von DIY-Sortimenten managen

Im Vergleich zu vielen anderen Branchen managen Baumärkte eine sehr umfangreiche, komplexe Supply-Chain mit 20.000–80.000 Produkten pro Filiale – und bis zu einer Million SKUs online. Dazu gehören viele Langsamdreher und andere Artikel, die besondere Ansprüche an das Bestandsmanagement stellen.

Kunden kommen zum Beispiel oft mit einer Einkaufsliste für ihr komplettes Heimwerker-Projekt in eine Baumarkt-Filiale. Ist nur ein einziges benötigtes Produkt auf der Liste nicht vorrätig, kann es durchaus sein, dass Sie den gesamten Verkauf an einen Mitbewerber verlieren, der alle Produkte auf einmal liefern kann. Das ist ein größerer Verlust, als ihn ein Lebensmittelhändler riskiert, wenn ihm zum Beispiel ein bestimmtes Müsli ausgeht. Denken Sie auch an Artikel wie Tischbeine, die die Kunden meist im Viererpack, aber manchmal eben auch einzeln kaufen.

Die Prognostizierung und Disposition von Artikeln mit einer derart komplexen Nachfrage ist ohne die passende technologische Unterstützung mindestens eine Herausforderung, – wenn nicht sogar unmöglich. Eine KI-gesteuerte Lösung für die Absatzplanung bietet jedoch die Datenverarbeitungsleistung, die erforderlich ist, um den Umfang und die Komplexität des DIY-Sortiments akkurat und effizient zu managen.

3. Den vielfältigen Filial-Formaten und -Sortimenten gerecht werden

Selbst innerhalb desselben Unternehmens unterscheiden sich die Größe der Filialen und der Umfang des Sortiments oft erheblich. Ein Heimwerkermarkt in einem Wohnviertel bietet auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern vielleicht ein begrenztes Sortiment an Werkzeug und Produkten für alltägliche Reparaturen rund ums Haus. Derselbe Einzelhändler betreibt jedoch gegebenenfalls in derselben Stadt einen 10.000 Quadratmeter großen Standort, der ein Holzlager, ein Gartencenter, Deckenventilatoren, Kühlschränke, Geräteschuppen und vieles mehr beherbergt.

Bei dieser Vielfalt an Filialformaten und Sortimentsgrößen können Einzelhändler die Supply-Chain-Planung nicht ohne die Hilfe eines KI-gesteuerten Planungstools bewältigen. Mit Algorithmen des maschinellen Lernens müssen die Planer die erheblichen Abweichungen von Bestand und Fläche zwischen den Filialen nicht mehr manuell berücksichtigen.

Stattdessen können sie sich darauf verlassen, dass ihr Planungssystem Prognosen auf Filialebene erstellt, die mit genauen Bestellungen automatisch die Warenauffüllung in ihrem gesamten Netzwerk steuern. Ein die Filialfläche miteinbeziehendes, integriertes System berücksichtigt sogar filialspezifische Planogramme und senkt die Betriebskosten jeder einzelnen Filiale durch eine Disposition, die passgenau direkt ins Regal erfolgt.

4. Den Einfluss von Saisonalität und Wetter auf den Absatz im DIY-Handel berücksichtigen

Der Absatz in Baumärkten wird stark von Saisonalität sowie jahreszeitlichen Wettertrends beeinflusst: Denken Sie beispielsweise an die Nachfrage nach Rasenmähern und Heckenscheren, wenn es draußen wärmer wird, und Schneeschaufeln und Equipment, um den Garten winterfest zu machen, wenn das Jahr sich dem Ende neigt. DIY-Einzelhändler machen in der Regel einen großen Teil ihres Jahresumsatzes in der umsatzstarken Frühjahrssaison, wenn die Nachfrage nach Heimwerkerprodukten am höchsten ist. Das hat zur Folge, dass ein guter Verkaufstag im Frühjahr einen größeren Einfluss auf die Lieferkette haben kann als der beste Verkaufstag im Winter.

Ohne eine moderne Prognose- und Dispositionslösung stellt die Verwaltung stark saisonabhängiger Bestände eine Vielzahl von Herausforderungen dar. Detaillierte Analysen stellen jedoch sicher, dass DIY-Einzelhändler beispielsweise Waren mit langer Lieferzeit rechtzeitig bestellen und sie den Filialen korrekt und der Nachfrage entsprechend zuteilen können. Eine gute Software geht noch einen Schritt weiter: Am Ende der Saison baut sie Bestände ab und ermittelt, welche Filialen Überbestände haben, die im Preis reduziert werden müssen. Die Abschriften optimiert sie daraufhin so, dass die Gewinnspanne maximiert wird und gleichzeitig Bestände effektiv abgebaut werden, bevor sie veraltet sind.

Es lässt sich nicht schönreden, dass Baumarktbetreiber mit einer Reihe komplexer Problemstellungen zu kämpfen haben. Eine gute Supply-Chain-Management-Software lässt diese zwar nicht verschwinden, bietet Ihnen aber die nötige Unterstützung, um die Herausforderungen effizient und wirksam zu bewältigen.

Beitrag von

Sebastian Nowitzky

Senior Retail Expert and DIY Practitioner