Die Tankstelle als Anlaufstelle für Lebensmittel

bp gehört zu den weltweit führenden integrierten Energiekonzernen und baut sein globales Mobility- und Convenience-Netzwerk kontinuierlich aus. Der Unternehmensbereich Mobility & Convenience umfasst über 300 firmeneigene Tankstellen im Vereinigten Königreich, die neben Kraftstoff auch ein Convenience-Angebot über Wild Bean Cafe und M&S Simply Food bereitstellen. An einigen Standorten steht zudem Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge über bp pulse zur Verfügung.

Da Convenience für die Kundschaft von bp einen so hohen Stellenwert hat, ist Produktverfügbarkeit eine klare Priorität. Mehr als die Hälfte der Besuchenden britischer bp-Standorte kommt inzwischen ausschließlich wegen des Lebensmittelangebots, nicht wegen des Kraftstoffs. Da das Laden an den E-Ladepunkten die Verweildauer verlängert und die Kaufbereitschaft für Essen und Getränke erhöht, entscheidet die Qualität des Einkaufserlebnisses maßgeblich über die Wettbewerbsposition. Damit werden Produktverfügbarkeit und die dahinterliegende Supply Chain zu einem direkten Werttreiber für den Geschäftserfolg.

Wie viele Tankstellenbetreiber möchte bp eine hohe Regalverfügbarkeit sicherstellen und gleichzeitig Überbestände vermeiden, sowohl im Shop als auch im Verteilzentrum. Vor der Einführung von RELEX basierte die Disposition bei bp auf veralteten Systemen, die keine Verbindung zwischen der Nachfrage auf Shop-Ebene und der VZ-Planung herstellen konnten. Die Folge: In manchen Produktbereichen entstanden Überbestände, in anderen Regallücken, was zu entgangenen Umsätzen führte.

Eine einheitliche Plattform für eine integrierte Supply Chain

bp entschied sich 2023 für RELEX. Ausschlaggebend waren die nachgewiesene Branchentiefe im Einzelhandel und die breite bestehende Kundenbasis von RELEX. Ebenso wichtig war die Fähigkeit, Shop- und VZ-Planung in einem einzigen System zusammenzuführen und damit die bisherigen getrennten Prozesse abzulösen. Auch der kulturelle Fit spielte eine Rolle: eine pragmatische, kollaborative Grundhaltung und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produkts gaben bp Vertrauen in eine langfristige Investition.

Die Implementierung erfolgte im Rahmen eines Drei-Parteien-Projektteams aus bp, dem Systemintegrator Infosys und RELEX. Im Mai 2025 ging die Plattform im gesamten Convenience-Netzwerk von bp in Großbritannien live und vereint seither Bedarfsprognose, Disposition und Bestandsoptimierung in einer einzigen, einheitlichen Plattform.

bp verfügt heute über durchgängige Transparenz entlang der gesamten Supply Chain, von der Lieferantenperformance im Wareneingang bis zur Verfügbarkeit auf Shop-Ebene. Damit konnte bp von einem reaktiven Bestandsmanagement, bei dem Teams erst auf bereits aufgetretene Probleme reagierten, zu einem datenbasierten, automatisierten Ansatz wechseln, der Probleme vorhersieht und verhindert.

Mehr Verfügbarkeit, Effizienz und operative Intelligenz

RELEX hat für bp spürbare Verbesserungen bei zentralen Supply-Chain-Kennzahlen erzielt. Die Verfügbarkeit im Shop stieg im Vergleich zum Ausgangswert vor dem Go-live um rund 2 %, wodurch sich entgangene Umsätze reduzierten und sich das Kundenerlebnis in den Convenience-Stores kettenweit verbesserte. Gleichzeitig sank der Lagerbestand im Shop um 14 %, was erhebliches Working Capital freisetzte und den operativen Aufwand für die Steuerung von Überbeständen auf begrenzter Verkaufsfläche verringerte.

Auch die Bestandsverfügbarkeit im verbesserte sich um mehr als 1 % und sorgt so für eine zuverlässige, konstante Belieferung der Shops, eine wesentliche Grundlage für dauerhaft hohe Servicelevel auf Shop-Ebene. Der VZ-Bestand sank zugleich um 13 %, ohne dass sich die Servicelevel verschlechterten – ein Ergebnis schlankerer, reaktionsschnellerer Disposition und geringerer Pufferbestände im gesamten Netzwerk.

Auch die operative Planungsbeziehung zum Logistikpartner von bp hat sich grundlegend verändert. Vor der Zusammenarbeit mit RELEX stellte bp seinem Logistikpartner eine manuell erstellte Prognose für die Personalplanung zur Verfügung. Mit RELEX liefert bp seinem Logistikpartner heute Bedarfsprognosen, die konstant innerhalb von +/-5 % liegen. Diese höhere Prognosegenauigkeit wirkt sich direkt auf eine präzisere Tätigkeits- und Personalplanung aus und trägt so zur Kostensenkung bei.

„RELEX ist ein hervorragendes, speziell für den Handel entwickeltes Produkt mit branchenführenden Funktionen, darunter KI- und Machine-Learning-Funktionalitäten, von denen unser Geschäft deutlich profitiert hat”, so Steve Wilson, Direktor für Supply-Chain-Optimierung, bp Mobility & Convenience, Europa. „Die Lösung hat unser Supply-Chain-Management grundlegend verändert. Aus einem fragmentierten, reaktiven Ansatz ist ein vollständig vernetztes, datenbasiertes Modell geworden, das die Produktverfügbarkeit verbessert und gleichzeitig Bestände und Verschwendung reduziert. Zudem können wir unseren Prognosen deutlich mehr vertrauen, was eine bessere Personalplanung und Kostenkontrolle mit unserem Logistikpartner ermöglicht.”

Über die reinen Kennzahlen hinaus hat RELEX auch verändert, wie das Supply-Team von bp seine Zeit einsetzt. Analystinnen und Analysten, die zuvor reaktiv arbeiteten, auf Anfragen aus den Shops reagierten und aufgabenbasierte Workflows abarbeiteten, verantworten heute die durchgängige Supply-Chain-Performance für ihre Produktkategorien. Dank der Transparenz von der Lieferantenperformance bis zur Verfügbarkeit, dem Bestand und den Verlusten auf Shop-Ebene konzentriert sich das Team heute darauf, Grundursachen zu verstehen und systematische Verbesserungen voranzutreiben, statt einzelne Probleme isoliert zu betrachten. Nachdem die ersten Vorteile bereits realisiert wurden, arbeitet bp nun daran, diese Erfolge weiter auszubauen und noch mehr aus einer vollständig vernetzten Supply Chain herauszuholen.