Kontakt

Warum verlässliche Prognosen der Schlüssel zum Erfolg im Omnichannel-LEH sind

Mrz 2, 2021 4 min

Im Coronajahr 2020 verzeichnete der Onlinehandel innerhalb von drei Monaten „das Äquivalent eines organischen Wachstums von zehn Jahren“. So heißt es in der aktuellen Studie Bad Leftovers: How Grocery Left Billions on the Table des Forschungs- und Beratungsunternehmen IHL Group. Laut dieser vermeldeten zudem Lebensmitteleinzelhändler, Hyper- und Verbrauchermärkte im gleichen Jahr Wachstumsraten von 300 bis 450 Prozent in ihren digitalen Kanälen.

Dieses Wachstum zwang viele traditionelle Einzelhändler zu einer rasanten Wende: Sie mussten ihre ursprünglich wohlüberlegten, bedächtiger angelegten Pläne zugunsten eines schnellen Wechsels auf Omnichannel-Modelle aufgeben. Stattdessen galt es, die plötzlich ansteigende Onlinenachfrage so schnell wie möglich zu bewältigen – für Vorbereitung, Planung oder die Probe aufs Exempel blieb selten Zeit.

Insbesondere Lebensmitteleinzelhändler kämpfen bereits mit sehr knappen Margen: Der schnelle Rollout der Onlinekanäle und der damit verbundene Kostenanstieg (Versand, Lieferung, Personal, Betrieb und Technologie) schmälern somit direkt ihren Nettoprofit. Die Studie fand heraus, dass Lebensmittelhändler, die ihre digitalen Prozesse nicht optimiert hatten, bei jeder Bestellung durchschnittlich drei bis acht Prozentpunkte Marge einbüßten.

In ihrem Blogpost über die Trends im Einzelhandel 2021 weist RELEX-Gründerin Johanna Småros darauf hin, dass der Omnichannel-Betrieb weder einfach noch billig ist. Ohne sorgfältige Planung riskieren Händler eine weitere Margenerosion, warnt sie. 2021 sollten Einzelhändler die Effizienz ihrer Onlinekanäle ins Visier nehmen – diese müssen kostengünstig, mit hoher Verfügbarkeit und schnellem, akkuratem Fulfillment arbeiten, um Profit abzuwerfen.   

Multichannel-Prognosen unterstützen Absatzmuster von Online- und Filialshopping

Für Lebensmitteleinzelhändler lautet der erste Schritt zur Verbesserung von Effizienz und Präzision ihres Omnichannel-Geschäfts: Die Vorhersage der Onlinenachfrage darf nicht länger auf Absatzprognosen für Filialen basieren. Für manche Händler mag dies in der Krise eine notwendige Behelfslösung gewesen sein. Doch langfristig ergeben sich Bestandsprobleme, wenn Onlinekanäle sich auf die Filialprognosen stützen: Es kommt zu Überbeständen (die den Verderb erhöhen und Margen schmälern) und/oder Out-of-Stocks (was zu entgangenen Umsätzen und enttäuschten Kunden führt).

Um das Omnichannel-Modell erfolgreich voranzubringen, sollten Händler eine neue Strategie entwickeln. Diese muss die Unterschiede zwischen Online- und Filialshopping berücksichtigen, so zum Beispiel:

  • die einzigartigen Absatzmuster von Onlinekäufen,
  • die Kapazität des Systems für das Fulfillment von Bestellungen,
  • die technischen Anforderungen für die digitalen Kanäle.

Im nächsten Schritt gilt es für Einzelhändler auf Automatisierung zu setzen, um ihre Planungsexperten zu entlasten: Andernfalls müssen diese manuell diverse Kanäle, Lieferanten und Liefermuster managen. Zwar bleibt menschliches Eingreifen beim Bestandsmanagement unerlässlich – ein automatisiertes System übernimmt jedoch alltägliche Aufgaben. Das verschafft den Planern mehr Zeit für das Managen von Ausnahmen und außergewöhnlichen Situationen.

Gleichwohl müssen Planungsteams den automatischen Prognosen und Empfehlungen des Systems auch hinreichend vertrauen, damit dieses seinen Wert zeigen kann. Überschreibt ein Softwarebenutzer den Vorschlag des Systems, weil er ihm misstraut, kann das desaströse Folgen haben. Die IHL-Studie erläutert: „In der Pandemie kam es zu Situationen, in denen Planungssysteme zu Beginn der Krise die vierzigfache Bestellmenge an Reinigungsmitteln vorschlugen, der Händler die Bestellungen jedoch überschrieb. Als sich schließlich herausstellte, dass diese Bestellmengen korrekt waren, hatten sich die Wettbewerber bereits den Nachschub der entsprechenden Produkte gesichert.“

Transparenz fördert Vertrauen in automatisierte Prognosen

Wird eine Supply-Chain-Management-Lösung implementiert, sollte diese verlässliche, kanalspezifische Ergebnisse liefern, die auf einwandfreien, exakten Daten basieren. Ein hochgradig transparentes und automatisiertes System, das Einblick in seine Entscheidungen erlaubt und diese nachvollziehbar macht, gewinnt das Vertrauen der Anwender: Es gibt Planern die Sicherheit, dass die richtige Bestandsmenge zur richtigen Zeit an alle Kanäle geschickt wird. Mit einer Software, die wie RELEX auf dem Ansatz „Konfigurieren statt Programmieren“ basiert, nehmen Planer unverzichtbare Anpassungen und Verbesserungen des Systems selbst vor, wann immer diese nötig sind. Dabei sind sie nicht auf die Hilfe eines Softwaredienstleisters angewiesen oder müssen komplexe Programmierarbeiten durchführen.

Sowohl reine E-Food- als auch Omnichannel-Lebensmittelhändler profitieren von einer transparenten, verlässlichen und automatisierten Lösung für Supply-Chain-Management: Sie gestaltet ihre Prozesse effizienter und nachhaltiger und führt zu besseren Margen und einer Steigerung der Profitabilität. So reduzierte beispielsweise der dänische E-Food-Händler nemlig.com die tägliche Planungszeit für Markdowns von ehemals drei Stunden und 55 Minuten auf nur noch 55 Minuten – eine Effizienzsteigerung von 77 Prozent. Die verbesserte Sichtbarkeit nahender Verfallsdaten führte zudem zu einer Verderbsreduktion von 45 Prozent bei typischerweise rabattierten Lebensmittelprodukten. Gleichzeitig stiegen die Margen der Markdown-Produkte um 24 Prozent.

Eine erfolgreiche Omnichannel-Strategie sichert Margen und fördert die Profitabilität

Um Omnichannel erfolgreich zu managen, müssen Lebensmitteleinzelhändler nicht nur Margen sichern, sondern sicherstellen, dass ihre Onlinekanäle profitabel sind. Dazu benötigen sie eine verlässliche Software für Supply-Chain-Management, die jeden Kanal präzise prognostiziert und datenbasierte Erkenntnisse liefert. So steigt die Prognosegenauigkeit, mehr Prozesse werden automatisiert und der Betrieb von Onlinekanälen und Filialen wird optimiert: Das erhöht die Profitabilität. Gleichzeitig reduzieren Händler Verderb und Lebensmittelabfälle und verbessern das Einkaufserlebnis für ihre Kunden über alle Kanäle hinweg – beim Onlineshopping und in der Filiale.

Beitrag von

Casper Gyldenpalm

Solution Consultant